Orthogonal montierter Kombi-Sensor der Serie CMS390

Der CMS390 vereint ein Vibrationsring-Gyroskop, einen zweiachsigen Beschleunigungs­sensor und einen dedizierten Steuer-ASIC in einem oberflächenmontierbaren LCC-Keramikgehäuse. Bei orthogonaler Montage liegen die Z-Achse der Drehratenmessung und die X-Achse der Beschleunigungsmessung parallel zur bestückten Leiterplatte (PCBA), während die Y-Achse der Beschleunigungsmessung senkrecht dazu steht. Diese Anordnung eignet sich für kunden­spezifische IMUs, AHRS, Neigungs­sensoren, Nivelliersysteme, Navigationsgeräte, Mess- und Regelsysteme sowie die Robotik.

Wenn auf einer PCBA sich ergänzende Messausrichtungen benötigt werden, lässt sich der Sensor auch mit der flach montierten Variante CMS300 kombinieren. Wählbare Drehratenmessbereiche von ±150°/s und ±300°/s werden durch Beschleunigungsmessbereiche von ±2,5 g und ±10 g ergänzt. Die Bandbreite lässt sich für jeden Kanal unabhängig konfigurieren und so an die Dynamik und die Rauschanforderungen der Anwendung anpassen. Mit einer Nennversorgungsspannung von 3,3 V, einem maximalen Betriebsstrom von 8 mA und einem Betriebstemperaturbereich von −40 °C bis +125 °C eignet sich der Sensor für kompakte eingebettete Inertialmesssysteme.

Orthogonal montierter Kombi-Sensor der Serie CMS390

Eigenschaften

  • Einachsiges Gyroskop und zweiachsiger Beschleunigungs­sensor: Misst die Drehrate und die lineare Beschleunigung entlang zweier Achsen in einem einzigen Bauteil.
  • Orthogonale seitliche Montage: Ermöglicht die Drehratenmessung in der Leiterplattenebene und die Beschleunigungsmessung senkrecht dazu auf einer einzigen PCBA.
  • Wählbarer Drehratenmessbereich von ±150°/s oder ±300°/s: Ermöglicht es, Auflösung und Messreserve an die Anwendung anzupassen.
  • Wählbarer Beschleunigungsmessbereich von ±2,5 g oder ±10 g: Eignet sich für Bewegungsmessungen im Low-g-Bereich sowie für höhere dynamische Belastungen.
  • Unabhängige Bandbreitenauswahl je Kanal: Ermöglicht es, das Ansprechverhalten des Gyroskops und jeder Beschleunigungsachse separat einzustellen.
  • Digitale SPI-Schnittstelle: Liefert Drehraten-, Beschleunigungs-, Temperatur- und Statusdaten an den Host-Prozessor.
  • Integrierter, auf Befehl auslösbarer Selbsttest: Ermöglicht die Funktionsprüfung der Drehraten- und Beschleunigungskanäle.
  • Integrierter Temperatur­sensor: Liefert Daten für die Temperaturkompensation durch den Host-Prozessor.
  • Maximaler Betriebsstrom von 8 mA: Begrenzt die Belastung kompakter 3,3-V-Systeme.
  • Betrieb von −40 °C bis +125 °C: Eignet sich für Geräte, die großen Schwankungen der Umgebungstemperatur ausgesetzt sind.
  • Hermetisch dichtes LCC-Keramikgehäuse: Bietet eine oberflächenmontierbare Bauform, die Temperatur- und Feuchtigkeitseinflüssen standhält.
  • RoHS-Konformität: Unterstützt die Bauteilauswahl gemäß den geltenden Anforderungen zur Beschränkung bestimmter Stoffe.

Verfügbare Modellvariationen

Alle verfügbaren Varianten und ein Vergleich ihrer Spezifikationen

Sofern nicht anders angegeben, gelten die detaillierten Leistungswerte bei einer Versorgungsspannung von 3,15 V bis 3,45 V und einer Umgebungstemperatur von +25 °C. Angaben über den Temperaturbereich beziehen sich auf −40 °C bis +125 °C, sofern in den Hinweisen kein engerer Bereich genannt wird.

Technische Daten

KategorieParameterMinimumTypischMaximumHinweise

Allgemein

Messachsenanordnung

—

Einachsige Drehratenmessung und zweiachsige lineare Beschleunigungsmessung

—

Z-Achse für Drehratenmessung; X- und Y-Achse für Beschleunigungsmessung

Allgemein

Montageausrichtung

—

Orthogonal, seitlich montiert

—

Z-Achse parallel zur bestückten Leiterplatte (PCBA)

Allgemein

Gehäuse

—

Hermetisch dichtes LCC-Keramikgehäuse

—

Oberflächenmontierbares Gehäuse

Allgemein

Abmessungen

—

10,4 × 6,7 × 2,7 mm

—

Äußere Gehäuseabmessungen

Allgemein

Masse

—

0,6 g

—

—

Drehratenkanal

Dynamikbereich

—

±150°/s oder ±300°/s

—

Vom Anwender wählbar

Drehratenkanal

Auflösung

—

0,005 °/s bei ±150 °/s; 0,01 °/s bei ±300 °/s

0,05 °/s

204,8 LSB/(°/s) oder 102,4 LSB/(°/s)

Drehratenkanal

Temperaturabhängige Skalenfaktoränderung

—

<±1 %

±2,0 %

—

Drehratenkanal

Skalenfaktor-Nichtlinearität

—

<±0,15 °/s bei ±150 °/s; <±0,3 °/s bei ±300 °/s

<±0,30 °/s bei ±150 °/s; <±0,75 °/s bei ±300 °/s

Abweichung von der Ausgleichsgeraden

Drehratenkanal

Temperaturabhängige Nullpunktänderung

—

±1,0 °/s

±1,75 °/s

—

Drehratenkanal

Nullpunktwiederholbarkeit beim Einschalten

—

±0,03 °/s

±0,15 °/s

Bei konstanter Umgebungstemperatur

Drehratenkanal

Nullpunktdrift nach dem Einschalten

—

±0,02 °/s

±0,2 °/s

Bei konstanter Umgebungstemperatur

Drehratenkanal

Nullpunktinstabilität

—

10 °/h

—

—

Drehratenkanal

Winkel-Random-Walk

—

0,40 °/√h

—

—

Drehratenkanal

Beschleunigungsempfindlichkeit

—

±0,025 °/s/g

±0,1 °/s/g

—

Drehratenkanal

Rauschen innerhalb der Bandbreite

—

0,06 °/s RMS

0,1 °/s RMS

Gemessen bis 45 Hz

Drehratenkanal

Wählbare Bandbreiten

40, 50, 80 oder 95 Hz

45, 55, 90 oder 110 Hz

50, 60, 100 oder 125 Hz

−3 dB, Übertragungsverhalten zweiter Ordnung

Drehratenkanal

Maximale Phasenverzögerung

—

—

11 ms

Bei 45 Hz Bandbreite

Drehratenkanal

Mechanische Resonanzfrequenz im Betrieb

—

22 kHz

—

—

Beschleunigungskanäle

Dynamikbereich

—

±2,5 g oder ±10 g

—

Unabhängig voneinander wählbar

Beschleunigungskanäle

Auflösung

—

0,079 mg bei ±2,5 g; 0,313 mg bei ±10 g

1 mg

12.800 LSB/g oder 3.200 LSB/g

Beschleunigungskanäle

Skalenfaktoränderung über die Temperatur

—

±1 %

±2,5 %

—

Beschleunigungskanäle

Nichtlinearität des Skalenfaktors

—

3 mg bei ±2,5 g; 5 mg bei ±10 g

12,5 mg bei ±2,5 g; 50 mg bei ±10 g

Fehler proportional zur dritten Potenz der Beschleunigung

Beschleunigungskanäle

Orthogonalität

—

±0,1°

—

Relative Ausrichtung der Beschleunigungsachsen zueinander

Beschleunigungskanäle

Rauschen innerhalb der Bandbreite

—

1 mg RMS

2 mg RMS

Gemessen bei einer Bandbreite von 45 Hz

Beschleunigungskanäle

Geschwindigkeits-Random-Walk

—

<0,05 m/s/√h

—

—

Beschleunigungskanäle

Bias-Instabilität

—

<0,05 mg

—

—

Beschleunigungskanäle

Wählbare Bandbreiten

40, 55, 85 oder 170 Hz

45, 62, 95 oder 190 Hz

50, 70, 105 oder 210 Hz

−3 dB, Übertragungsverhalten zweiter Ordnung

Beschleunigungskanäle

Maximale Phasenverzögerung

—

—

10 ms

Bei einer Bandbreite von 45 Hz

Beschleunigungskanäle

Mechanische Resonanz

—

2,9 kHz

—

MEMS-Resonanz

±2,5-g-Modus

Einschaltbias

—

—

±30 mg

Bei 25 ±5 °C

±2,5-g-Modus

Temperaturabhängige Änderung der Nullpunktabweichung

—

—

±30 mg

−40 °C bis +85 °C, auf +25 °C normiert

±2,5-g-Modus

Wiederholbarkeit der Nullpunktabweichung beim Einschalten

—

±0,3 mg

±1,5 mg

Bei konstanter Temperatur

±10-g-Modus

Nullpunktabweichung beim Einschalten

—

—

±75 mg

Bei 25 ± 5 °C

±10-g-Modus

Temperaturabhängige Änderung der Nullpunktabweichung

—

±50 mg

±75 mg

−40 °C bis +85 °C, auf +25 °C normiert

±10-g-Modus

Wiederholbarkeit der Nullpunktabweichung beim Einschalten

—

±0,3 mg

±2,0 mg

Bei konstanter Temperatur

Temperatur­sensor

Skalierungsfaktor

10,67 LSB/°C

11 LSB/°C

11,33 LSB/°C

—

Temperatur­sensor

Offset

−20 °C

—

+20 °C

—

Temperatur­sensor

Wiederholbarkeit

−5 °C

—

+5 °C

—

Anlauf

Zeit bis zur vollen Leistungsfähigkeit

—

150 ms

300 ms

—

Drehraten-CBIT

Testantwort bei +25 °C

+54°/s bei ±150°/s; +90°/s bei ±300°/s

+64°/s; +107°/s

+74°/s; +125°/s

Befehlsgesteuerter integrierter Selbsttest

Beschleunigungs-CBIT

Testantwort bei +25 °C

+1,0 g bei ±2,5 g; +4,7 g bei ±10 g

+1,25 g; +6,2 g

+1,50 g; +7,7 g

Befehlsgesteuerter integrierter Selbsttest

Ausrichtung

Ausrichtungsfehler des Drehratensensors

—

—

±3 %

Ausrichtung zur Montagefläche des Gehäuses

Ausrichtung

Ausrichtungsfehler des Beschleunigungs­sensors

—

—

±3 %

Ausrichtung zum Gehäuse

Umgebungsbedingungen

Betriebstemperatur

−40 °C

—

+125 °C

—

Umgebungsbedingungen

Lagertemperatur

−55 °C

—

+150 °C

—

Umgebungsbedingungen

Luftfeuchtigkeit

—

—

90 % relative Luftfeuchtigkeit

Nicht kondensierend

Umgebungsbedingungen

Vibrationsgleichrichtfehler

—

0,001°/s/g² RMS

0,003°/s/g² RMS

Rauschanregung mit 8,85 g RMS, 10 Hz bis 5 kHz

Elektrische Eigenschaften

Versorgungsspannungsbereich

2,7 V

3,3 V

3,6 V

—

Elektrische Eigenschaften

Versorgungsspannungsbereich für die Einhaltung aller Spezifikationen

3,15 V

3,3 V

3,45 V

—

Elektrische Eigenschaften

Betriebsstrom

—

—

8,0 mA

Nach dem Anlauf

Schnittstelle

Datenschnittstelle

—

Digitale SPI-Schnittstelle

—

Drehraten-, Beschleunigungs-, Temperatur- und Statusdaten

Schnittstelle

SPI-Nachrichtenrate

1 Hz

1 kHz

10 kHz

—

Schnittstelle

SPI-Taktfrequenz

100 kHz

1 MHz

7 MHz

—

Konformität

Stoffe mit Verwendungsbeschränkungen

—

RoHS-konform

—

—

Absoluter Grenzwert

Winkelgeschwindigkeit im eingeschalteten Zustand

—

—

150.000 °/s

Ausgang in Sättigung

Absoluter Grenzwert

Linearbeschleunigung im eingeschalteten Zustand

—

—

1.000 g

1-ms-Halbsinusimpuls

Absoluter Grenzwert

Lineare Beschleunigung im stromlosen Zustand

—

—

10.000 g

0,5-ms-Impuls

Absoluter Grenzwert

Lineare Beschleunigung im Betrieb

—

—

95 g

6-ms-Halbsinusimpuls

Absoluter Grenzwert

ESD-Schutz

—

—

2 kV HBM; 250 V CDM

—

Lebensdauer

Lebensdauer im stromlosen Zustand

15 Jahre

—

—

—

Lebensdauer

Lebensdauer im eingeschalteten Zustand

12.000 Stunden

—

—

—

Varianten- und Gehäusevergleich

ArtikelnummerMessachsenEinbaulageDrehratenmessbereichBeschleunigungsmessbereichSchnittstelleAußenabmessungenVersorgungsspannung

CMS300

Einachsige Drehratenmessung (Z); zweiachsige Beschleunigungsmessung (X/Y)

Z-Achse senkrecht zur Trägerleiterplatte

±150 °/s oder ±300 °/s

±2,5 g oder ±10 g

Digitale SPI-Schnittstelle

10,4 × 6,0 × 2,2H mm

2,7 bis 3,6 V

CMS390

Einachsige Drehratenmessung (Z); zweiachsige Beschleunigungsmessung (X/Y)

Z-Achse parallel zur Host-Leiterplatte

±150 °/s oder ±300 °/s

±2,5 g oder ±10 g

Digitale SPI-Schnittstelle

10,4 × 2,7 × 6,7H mm

2,7 bis 3,6 V

FAQs

für Orthogonal montierter Kombi-Sensor der Serie CMS390

Der CMS390 ist für die orthogonale Montage auf seiner Seite vorgesehen, nicht für eine flache Montage. Dabei liegen die Z-Achse der Drehratenmessung und die X-Achse der Beschleunigungsmessung parallel zur bestückten Leiterplatte (PCBA), während die Y-Achse der Beschleunigungsmessung senkrecht dazu steht. In Kombination mit einem flach montierten CMS300 auf derselben Baugruppe kann diese Anordnung die Realisierung einer Sensorik für alle Achsen vereinfachen. Die maximal angegebene Ausrichtungsabweichung der Drehraten- und Beschleunigungs­sensoren gegenüber dem Gehäuse bzw. der Montagefläche beträgt ±3 %. Wenn eine genauere Ausrichtung erforderlich ist, sollten präzise Positioniervorrichtungen, eine Prüfung der Baugruppe und eine prozessorbasierte Korrektur verbleibender Querachsenfehler vorgesehen werden.

Die passenden Einstellungen richten sich nach der maximal zu erwartenden Bewegung und der erforderlichen Signalauflösung. Der Drehratenmessbereich von ±150 °/s bietet eine typische Auflösung von 0,005 °/s. Die Einstellung ±300 °/s ermöglicht eine Auflösung von 0,01 °/s und bietet mehr Messreserve für schnellere Drehungen. Für die Beschleunigung stehen ±2,5 g mit einer typischen Auflösung von 0,079 mg oder ±10 g mit einer typischen Auflösung von 0,313 mg zur Auswahl. Die nominalen Bandbreiten des Gyroskops betragen 45, 55, 90 und 110 Hz. Bei den Beschleunigungskanälen sind 45, 62, 95 und 190 Hz einstellbar. Jeder Kanal lässt sich unabhängig konfigurieren. So kann die Bandbreite begrenzt werden, wenn geringes Rauschen wichtiger ist als eine schnelle Reaktion auf Signaländerungen.

Der Sensor arbeitet mit einer Versorgungsspannung von 2,7 bis 3,6 V. Die vollständigen Leistungsdaten gelten jedoch nur im Bereich von 3,15 bis 3,45 V. Sowohl beim Einschalten als auch im eingeschwungenen Betrieb beträgt die spezifizierte Stromaufnahme maximal 8 mA. Der Ladestrom für externe Entkopplungskomponenten ist darin nicht enthalten. Die volle Leistungsfähigkeit wird nach typisch 150 ms und spätestens nach 300 ms erreicht. Der SPI-Takt kann zwischen 100 kHz und 7 MHz liegen, die Nachrichtenrate zwischen 1 Hz und 10 kHz. Der Host-Prozessor sollte die Anlaufzeit abwarten, bevor er kalibrierte Daten verwendet, und eine Aktualisierungsrate wählen, die zur eingestellten Sensorbandbreite passt.

Der CMS390 arbeitet bei −40 °C bis +125 °C. Einige der detaillierten Bias-Grenzwerte des Beschleunigungs­sensors gelten jedoch für den engeren Bereich von −40 °C bis +85 °C. Die temperaturbedingte Bias-Änderung des Gyroskops beträgt typisch ±1,0 °/s und maximal ±1,75 °/s. Die Skalenfaktoränderung liegt typisch unter ±1 % und beträgt maximal ±2,0 %. Der integrierte Temperaturkanal hat einen typischen Skalenfaktor von 11 LSB/°C. Die Grenzwerte für Offset und Wiederholgenauigkeit betragen ±20 °C bzw. ±5 °C. Damit eignet sich der Temperaturausgang zur Kompensation, jedoch nicht zur präzisen Messung der Umgebungstemperatur. Bei Anwendungen mit hohen Anforderungen an die Lage- oder Navigationsgenauigkeit sollte die vollständig montierte Baugruppe charakterisiert und eine Korrektur durch den Host über das gesamte erwartete Temperaturprofil vorgenommen werden.

Das Gyroskop weist innerhalb einer Bandbreite bis 45 Hz ein typisches RMS-Rauschen von 0,06 °/s und einen Maximalwert von 0,1 °/s auf. Der Winkel-Random-Walk beträgt 0,40 °/√h. Die angegebene Bias-Instabilität liegt bei 10 °/h, sodass sich bei unkompensierter Integration mit der Zeit ein Winkelfehler aufbaut. Die Beschleunigungskanäle weisen bei einer Bandbreite von 45 Hz ein typisches RMS-Rauschen von 1 mg und einen Maximalwert von 2 mg auf. Der Geschwindigkeits-Random-Walk liegt unter 0,05 m/s/√h. Diese Werte eignen sich für Bewegungsmessung, Stabilisierung, Neigungsmessung und kostengünstigere Lagebestimmungs­systeme. Filterung und Kalibrierung bleiben jedoch erforderlich. Der resultierende Systemfehler hängt außerdem von Bandbreite, Abtastrate, Montageausrichtung, Vibrationen und dem vom Host-Prozessor verwendeten Fusionsalgorithmus ab.

Das Gehäuse misst 10,4 × 6,7 × 2,7 mm und wiegt etwa 0,6 g. Da der Sensor auf seiner Seite montiert wird, muss seine Platzierung genauer kontrolliert werden als bei einem herkömmlichen, flach montierten LCC-Bauteil. Das gilt besonders dann, wenn die Rechtwinkligkeit der Achsen die Systemgenauigkeit beeinflusst. Der Betriebstemperaturbereich reicht von −40 °C bis +125 °C, der zulässige Lagertemperaturbereich von −55 °C bis +150 °C. Die relative Luftfeuchtigkeit darf maximal 90 % betragen, nicht kondensierend. Der Sensor ist im Betrieb für eine Beschleunigung von 95 g bei einem Halbsinusimpuls von 6 ms ausgelegt und übersteht im eingeschalteten Zustand 1.000 g über 1 ms. Bei der Integrationsplanung sollten daher das Leiterplattenlayout, die Lötprozesse, die mechanische Abstützung und die Prüfung der Ausrichtung nach der Montage berücksichtigt werden.

Der per Befehl ausgelöste integrierte Selbsttest erzeugt definierte Testantworten in den Gyroskop- und Beschleunigungskanälen. So kann der Host prüfen, ob jeder Messpfad innerhalb des erwarteten Bereichs arbeitet. Bei +25 °C beträgt die typische Testantwort des Gyroskops +64 °/s im Messbereich ±150 °/s und +107 °/s im Messbereich ±300 °/s. Die typische Testantwort des Beschleunigungs­sensors beträgt +1,25 g im Messbereich ±2,5 g und +6,2 g im Messbereich ±10 g. Auch für den Temperaturbereich von −40 °C bis +125 °C sind die Schwankungen der Testantwort spezifiziert. Damit lassen sich temperaturabhängige Gut-/Schlecht-Grenzwerte festlegen. Der integrierte Selbsttest ist beim Einschalten und bei der Wartung hilfreich, ersetzt jedoch weder die anwendungsspezifische Kalibrierung noch die Prüfung der mechanischen Ausrichtung.