Strommessgerät RoCo1065Ax / Cube 525Ax
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Moderne Energieversorger und Industriebetreiber benötigen zuverlässige Möglichkeiten, Abgangsströme zu überwachen, ohne bestehende Anlagen grundlegend umzubauen.
Die Strommessmodule RoCo1065Ax und Cube 525Ax bieten dafür eine praxisnahe Lösung: Sie werden um spannungsführende Kabel geklemmt und messen sofort Dreiphasenströme (bei Bedarf zusätzlich den Neutralleiter). Diese Module sind gezielt für Nachrüst-Anwendungen ausgelegt – beispielsweise zur Modernisierung älterer Trafostationen, um neue Lasten wie EV-Ladegeräte und Wärmepumpen zu erfassen.
Jedes Modul arbeitet eigenständig als Modbus RTU-Gerät und liefert Stromdaten in Echtzeit, oder es arbeitet zusammen mit einem Spannungsmodul, um vollständige Leistungs- und Energiekennwerte zu berechnen. Über eine einfache Daisy-Chain-Verbindung lassen sich bis zu 20 Module koppeln, um 20 Abgänge über eine einzige Kommunikationsverbindung abzudecken.
Das Ergebnis ist ein skalierbares Mehrkanal-Leistungsüberwachungssystem, das Netzbetreibern und Facility Managern in nahezu Echtzeit präzise Einblicke in den Netzzustand liefert – und sich dabei problemlos in enge Einbauräume und bestehende Installationen integrieren lässt.


Eigenschaften
- Nicht-intrusives Rogowski-Spulendesign – Einfache Nachrüstung: Flexible Spulensensoren werden um bestehende Leiter gelegt, ohne diese abzuklemmen, ermöglichen eine schnelle Installation an spannungsführenden Stromkreisen und vermeiden Stillstandszeiten.
- Kompakte „Cube“-Sensoroption – Passt in enge Einbauräume: Ein kleiner, würfelförmiger Stromsensor erfasst Kabel bis 25 mm Durchmesser – ideal bei begrenztem Platz im Schaltgerät – und misst dennoch hohe Ströme (bis ca. 500 A).
- 3-Phasen- oder 4-Phasen-Messung – Vollständige Abgangsabdeckung: Erhältlich als Drei- und Vierkanal-Version zur Überwachung von drei Phasen allein oder zusätzlich mit Neutralleiter, sodass sowohl 3-Leiter- als auch 4-Leiter-Stromkreise nach Bedarf instrumentiert werden können.
- Modbus RTU-Konnektivität – PLC/SCADA-Integration: Jedes Modul kommuniziert über RS-485 Modbus RTU als Slave-Gerät, wodurch sich die Integration in bestehende Automatisierungssysteme für ferngestützte Datenerfassung und Steuerung unkompliziert umsetzen lässt.
- Kaskadierbar bis zu 20 Module – Skalierbares Monitoring: Mehrere Strommessmodule lassen sich mit einfachen Patchkabeln (RJ45) in Reihe schalten, sodass eine Basiseinheit über eine einzige Schnittstelle Daten von bis zu 20 Abgängen (gemischte RoCo- und Cube-Einheiten) erfassen kann. Das reduziert die Verdrahtungskomplexität und zentralisiert die Messung für einen gesamten Standort.
- Volt1000-Kompatibilität – Vollständige Leistungsanalyse: In Kombination mit einer Volt1000-Spannungsmesseinheit berechnet das System für jeden Abgang die phasenbezogene Spannung, den Strom, die Wirkleistung, die Blindleistung, den Leistungsfaktor sowie die Energiewerte. Damit erhalten Sie eine vollständige Stromzähler-/Leistungsmesslösung für Netzkonformität und Energiemanagement.
- Lokale Anzeige und USB-Zugriff – Komfort vor Ort: Messwerte lassen sich zur schnellen Kontrolle auf dem Touch-Display der angeschlossenen Volt1000 anzeigen. Eine integrierte USB-Schnittstelle am Modul ermöglicht die direkte PC-Verbindung zur Konfiguration oder zum Auslesen der Messwerte mit der bereitgestellten Software und unterstützt so Inbetriebnahme und Fehlersuche.
- Magnetische DIN-Schienenmontage – Schnelle Installation: Die Module werden mithilfe von Magneten statt Schrauben oder Clips sicher an standardmäßigen DIN-Schienen befestigt. Das ermöglicht eine schnelle, werkzeuglose Montage und bei Bedarf eine einfache Neupositionierung – besonders hilfreich bei Nachrüstungen.
- Programmierbare Schwellwerte (über Basiseinheit) – Proaktive Warnmeldungen: Eine integrierte Schwellwertüberwachung (über den Volt1000-Controller) kann Überstromzustände, Spannungsanomalien oder Phasenunsymmetrien kennzeichnen. Das hilft Betreibern, kritische Netzzustände frühzeitig zu erkennen und innerhalb der vorgeschriebenen Reaktionszeiten Gegenmaßnahmen umzusetzen.
- Robust und wartungsfrei – Industrielle Zuverlässigkeit: Für Umspannwerks- und Industrieumgebungen entwickelt, verfügen die Module über ein langlebiges Design ohne bewegliche Teile. Sie bieten langfristige Stabilität und einen geringen Wartungsaufwand und gewährleisten so einen zuverlässigen Betrieb im Feld.
Verfügbare Modellvariationen
Alle verfügbaren Varianten und ein Vergleich ihrer Spezifikationen
| Specification | RoCo1065Ax series | Cube 525Ax series |
|---|---|---|
Sensor type | Flexible Rogowski coil sensors (wrap-around) | Compact Rogowski coil sensors (fixed loop) |
Max. measurable current (AC) | ~1000 A AC (per phase) | ~500 A AC (per phase) |
Cable aperture size | Up to Ø 65 mm (large conductors) | Up to Ø 25 mm (small conductors) |
Number of phases per module | 3-phase or 3-phase + Neutral (optional 4th coil) | 3-phase or 3-phase + Neutral (optional 4th coil) |
Communication interface | RS-485, Modbus RTU (up to 115 kbps) | RS-485, Modbus RTU (up to 115 kbps) |
Module chaining capacity | Up to 15–20 modules on one bus (addressable) | Up to 15–20 modules on one bus (addressable) |
Power supply | 24 V DC (nominal), via bus connector or external feed | 24 V DC (nominal), via bus connector or external feed |
Mounting method | Magnetic attachment to DIN rail | Magnetic attachment to DIN rail |
Operating temperature range |
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Accuracy class / resolution |
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Dimensions | Rogowski coil: flexible loop for 65 mm cable; compact module fits in control cabinet | Cube sensor unit: approx. 25 mm opening; compact module fits in tight spaces |
Compatibility | Works stand-alone or with Volt1000 series voltage unit for full power metering | Works stand-alone or with Volt1000 series voltage unit for full power metering |
Hinweis: „Ax“ kennzeichnet verfügbare Versionen mit (AN) oder ohne (A) Neutralleiter-Messkanal. Die Spezifikationen gelten für die AC-Strommessung in 50/60 Hz-Stromversorgungssystemen. Detaillierte Angaben zur Genauigkeit sowie zu Umgebungsbedingungen finden Sie im offiziellen Datenblatt.
FAQs
für Strommessgerät RoCo1065Ax / Cube 525Ax
Mit einer einzigen Spannungs-Basiseinheit können Sie in einer Kette bis zu etwa 15–20 Strommessmodule kaskadieren. Das bedeutet, dass eine einzige Modbus connection Daten von bis zu 15–20 separaten dreiphasigen Stromkreisen erfassen kann (wobei jedes Modul einen Abgang misst). In der Praxis kann ein Volt1000-Controller die Überwachung von bis zu 20 abgehenden Abgängen übernehmen. Für noch größere Systeme könnten zwei Basiseinheiten an separaten Modbus-Leitungen eingesetzt werden, wodurch sich die Anzahl der überwachten Abgänge effektiv verdoppelt.
Ja. Die Module RoCo1065Ax und Cube 525Ax sind auf demselben Daisy-Chain-Bus vollständig interoperabel. Sie können je nach Abgangsgröße oder Platzverhältnissen eine Mischung aus Rogowski-Spulenmodulen und Cube-Modulen einsetzen. Die Modbus-Adressierung und das Datenformat sind einheitlich, sodass die Basiseinheit und das Netzwerk ein nahtloses Multimodul-System sehen – unabhängig von der Kombination der Sensortypen.
Beide Modultypen erfüllen dieselbe Aufgabe, nämlich mehrphasige AC-Ströme zu messen, sind jedoch für unterschiedliche physische Einsatzszenarien ausgelegt. RoCo1065Ax-Module verwenden flexible Rogowski-Spulen, die sich um größere Leiter (bis zu 65 mm Durchmesser) legen lassen und höhere Ströme (rund 1000 A) verarbeiten können. Cube 525Ax-Module hingegen nutzen einen starren, kompakten Sensor (Würfelform mit 25 mm Öffnung), der für beengte Platzverhältnisse oder kleinere Kabel vorgesehen ist und einen Strombereich bis etwa 500 A abdeckt. Funktional sind sie hinsichtlich Ausgänge und Schnittstelle identisch – die Wahl hängt vor allem von der Kabelgröße und dem verfügbaren Einbauraum ab.
Das hängt davon ab, was Sie messen möchten. Die RoCo/Cube-Module können im Stand-alone-Betrieb arbeiten – jedes misst die Ströme an den angeschlossenen Phasen und stellt diese Werte direkt über Modbus einem PLC- oder SCADA-System bereit. Im Stand-alone-Einsatz erhalten Sie Strombetragswerte pro Phase (nützlich für Lastüberwachung, Erkennung von Unsymmetrien usw.). Wenn Sie jedoch vollständige Leistungs- und Energiemesswerte erfassen möchten (z.B. zur Berechnung von kW, kVA, Leistungsfaktor und kWh), ist in der Kette eine Volt1000-Spannungsmesseinheit erforderlich. Die Volt1000 liefert den Strommodulen die Referenzspannungsdaten, sodass jedes Modul in Echtzeit die Leistungswerte für seinen jeweiligen Abgang berechnen kann. Zusammengefasst: Für reine Strommessung reichen die Module allein aus; für eine vollständige Leistungsanalyse wird eine Spannungseinheit als erstes Modul in der Kette benötigt.
Jedes Modul verfügt über einen RS-485-Port und ist für eine Reihenschaltung mit standardmäßigen geschirmten Patchkabeln ausgelegt. Ein Ende der Kette wird an Ihren Modbus RTU Master (z. B. eine SCADA-RTU oder SPS) angeschlossen, und die Strommodule werden nacheinander angebunden. Das erste Modul in der Reihe (oft der Volt1000, falls vorhanden, oder das erste RoCo/Cube bei Stand-alone-Betrieb) dient als Startpunkt. Alle Module sind Modbus-Slave-Geräte mit individuellen Adressen. Ihr Modbus Master fragt die Kette zyklisch ab und kann dank der integrierten Koordinatorlogik (im Volt1000 oder im ersten Modul) mit einer einzigen Verbindung Messwerte von jedem Modul in der Kaskade abrufen. Diese Architektur bedeutet, dass Sie nur eine einzige Leitungsführung zurück zum Leitsystem benötigen – selbst wenn Sie Dutzende Ströme überwachen. Die Daten werden in Echtzeit über Modbus übertragen, sodass Sie in Ihrer Software nahezu sofortige Werte für den Phasenstrom (und ggf. Spannung/Leistung) sehen können.
Absolut. Diese Module wurden speziell für Nachrüst-Anwendungen konzipiert. Die Rogowski-Spule der RoCo-Einheit lässt sich öffnen bzw. um eine bestehende Sammelschiene oder ein Kabel legen, sodass kein spannungsführender Leiter getrennt oder abgeklemmt werden muss. Die Cube-Einheit ist sehr kompakt und kann um kleinere Kabel gelegt werden, wenn der Platz begrenzt ist. Beide Varianten werden über magnetische Befestigungen montiert, sodass Bohren oder umfangreiche Schaltschrank-/Panel-Modifikationen entfallen. In der Praxis können Installateure die Sensoren in kurzer Zeit in einen bestehenden Niederspannungs-Verteilschrank oder eine Trafostation integrieren. Dadurch lässt sich eine ältere Umspannstation mit modernen Monitoring-Funktionen aufrüsten – ohne teure Umbauten oder längere Abschaltungen.
Die Module verwenden hochauflösende ADCs und True-RMS-Messverfahren, um AC-Stromverläufe zu erfassen. Sie können von sehr kleinen Strömen bis zu ihrem Maximalbereich mit zuverlässiger Genauigkeit bei typischen Netzfrequenzen (50 Hz oder 60 Hz) messen. Die genaue Genauigkeitsklasse wird in der Kurzbeschreibung nicht explizit genannt, sie sind jedoch auf Anforderungen des Versorger-Monitorings ausgelegt – typischerweise in der Größenordnung von 1 % Genauigkeit oder besser im Nennbereich. Wichtig ist, dass alle Phasenströme über die Module hinweg gleichzeitig abgetastet werden, wodurch synchrone Messungen gewährleistet sind, die sich für Leistungsberechnungen und Netzanalyse eignen. Das System aktualisiert kontinuierlich und kann Laständerungen innerhalb von Sekunden erkennen; außerdem erfüllt es die Anforderung, aggregierte Daten (z. B. 5-Minuten-Intervallwerte) an übergeordnete Systeme zu liefern, wie es durch Netzregularien gefordert ist.
Die Schwellenwert- bzw. Grenzwertüberwachung erfolgt über die Volt1000-Controller-Einheit, wenn sie Teil des Systems ist. Die Basiseinheit vergleicht die Messwerte (Ströme, Spannungen, Phasenwinkel usw.) kontinuierlich mit den konfigurierten Sollwerten. Wird eine Überlast oder ein anomaler Zustand erkannt – etwa wenn ein Abgangsstrom den zulässigen Grenzwert überschreitet oder bei einem Phasenausfall –, kann das System einen Alarmausgang auslösen oder das Ereignis über Modbus kennzeichnen. Volt1000 verfügt über konfigurierbare I/O-Kanäle (bei bestimmten Modellen), die zum Ansteuern von Alarmrelais oder Anzeigen genutzt werden können. In einem Stand-alone-Szenario ohne die Volt-Einheit verfügen die Strommessmodule selbst über keine integrierten Alarmrelais; eine externe PLC oder SCADA kann jedoch problemlos Schwellenwertprüfungen umsetzen, indem sie die Live-Daten ausliest und bei Bedarf Warnmeldungen oder Steuerbefehle ausgibt.
Ja, das ist eine der wichtigsten Anwendungen. § 14a EnWG verpflichtet Verteilnetzbetreiber, steuerbare Lasten (wie EV-Ladegeräte, Wärmepumpen usw.) durch die Erfassung von Abgangsdaten nahezu in Echtzeit zu überwachen und zu steuern. Die modularen RoCo/Cube-Stromsensoren bilden zusammen mit der Volt1000-Spannungseinheit ein umfassendes System zur Leistungsüberwachung, das in lokale Umspann- bzw. Trafostationen nachgerüstet werden kann. Es liefert abgangsspezifische Spannungs- und Strommesswerte innerhalb der vorgeschriebenen Intervalle (z. B. Updates im Fünf-Minuten-Takt oder schneller) und ermöglicht so das Erkennen von Netzbelastungssituationen. Durch den Einsatz dieser Module an allen abgehenden Abgängen einer Trafostation erhält der Betreiber die erforderliche Detailtransparenz, um Netzzustände zu dokumentieren und gemäß der Vorgabe einzugreifen (z. B. Lasten zu drosseln oder Konfigurationen umzuschalten). Im Kern liefert das System die präzise, zeitnahe Datenbasis, die für die Umsetzung eines Smart Grid unter 14a EnWG erforderlich ist – ohne bestehende Infrastruktur ersetzen zu müssen.


